Neuigkeiten: Oktober 2026

30 Jahre MAhL ZEIT in Altona

Menschen feier in der Hauptkirche St. Trinitatis das Jubiläum der MAhL Zeit

Ein Ort zum Ankommen, Ausruhen und Dazugehören

Seit 30 Jahren ist die Obdachlosentagesstätte MAhL ZEIT für Menschen in Altona da. In der Hauptkirche St. Trinitatis hat die Einrichtung unseres Diakonischen Werkes Hamburg-West/Südholstein am 9. Oktober ihr Jubiläum gefeiert – u. a. mit Schirmherr Steffen Hallaschka und Landespastorin Annika Woydack.

Ein kostenloses Frühstück ist wichtig. Aber wer in die MAhL ZEIT kommt, soll mehr finden als einen gedeckten Tisch: Wärme, Ruhe, ein offenes Ohr und einen Platz, an dem man bleiben darf. Dieser Anspruch zog sich durch die Jubiläumsfeier zum 30-jährigen Bestehen der Obdachlosentagesstätte. Neben der Freude über drei Jahrzehnte engagierter Arbeit stand dabei auch eine drängende Frage im Raum: Wie lässt sich dieser besondere Ort bewahren, wenn immer mehr Menschen Hilfe brauchen und die Ressourcen knapper werden?

Durch den Nachmittag führte Moderator und Schirmherr Steffen Hallaschka. Er dankte allen Engagierten und machte die Kontinuität der Einrichtung an einem Vergleich deutlich: Sechs Bürgermeister habe Hamburg in den vergangenen 30 Jahren erlebt – die MAhL ZEIT dagegen nur zwei Leitungen. Eine davon prägte die Arbeit über Jahrzehnte: Marion Laux.

Von den Gästen gelernt

Menschen feiern in der Hauptkirche St. Trinitatis das Jubiläum der MAhL Zeit

Die langjährige Leiterin blickte auf ihre Anfänge zurück. Was Obdachlosigkeit bedeute und was Menschen ohne ein Zuhause brauchten, habe sie zu Anfang erst lernen müssen. Auch von den Gästen selbst habe sie dabei viel gelernt.

Andrea Makies, kaufmännische Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes, würdigte Marion Laux’ außergewöhnlichen Einsatz, ihre Geradlinigkeit und ihr offenes Herz. Die MAhL ZEIT stehe für Würde, Begegnung und ein Stück Alltag in einem Leben, das für viele Gäste alles andere als alltäglich sei.

Ihr Dank galt ebenso den vielen Menschen und Organisationen, die die MAhL ZEIT finanziell und mit Sachspenden unterstützen – darunter das Hamburger Spendenparlament und IKEA Altona, das zur Ausstattung von Küche und Räumen im Trinitatis Quartier beigetragen habe – sowie der heutigen Leiterin Lisa Skutella und ihrem großartigen Team.

Täglich 90 bis 110 Menschen

Skutella, seit rund einem Jahr dabei, beschrieb, wie viel den Gästen dieser Ort bedeutet. An den neuen Standort im Trinitatis Quartier seien viele Stammgäste mitgekommen, zugleich hätten zahlreiche neue Menschen den Weg in die Tagesstätte gefunden. Nach ihren Angaben kommen  – eine große Aufgabe für das Team und die vielen Ehrenamtlichen.

Die begrenzten Räume stellten die Einrichtung dabei vor Herausforderungen. Denn die Gäste sollten nicht nur zum Essen hereinkommen und anschließend gleich wieder gehen müssen. Sie brauchten einen Ort, an dem sie sein und sich ausruhen könnten, so Skutella. Auch Laux sprach die Belastung an, die räumliche Enge für Gäste und Helfende bedeute.

Für Skutella steht deshalb fest: Der niedrigschwellige Zugang muss erhalten bleiben. Wie das bei knapper werdenden Ressourcen und wachsendem Bedarf gelingen kann, beschäftigt das Team im Alltag.

Gottesdienst über die Kirchentür hinaus

Pastor Markus Schneider stellte in der gemeinsamen Andacht mit Pastor Torsten Morche Worte aus dem Buch Jesaja in den Mittelpunkt: „Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus.“

Für ihn beschreibt dieser Auftrag den Kern der Arbeit der MAhL ZEIT. Menschen brauchten nicht allein Essen und konkrete Unterstützung, sondern ebenso Aufmerksamkeit, Respekt und Zugehörigkeit. Ein freundliches Hallo, ein Gespräch auf Augenhöhe, ein Platz am Tisch könnten die Gewissheit vermitteln, gesehen zu werden.

Landespastorin Annika Woydack griff den Gedanken auf, dass Gottesdienst nicht an der Kirchentür ende. Sie dankte für 30 Jahre gelebte Nächstenliebe und für einen Einsatz, der oft über das eigentlich Leistbare hinausgehe. Die MAhL ZEIT wende sich Menschen zu, die sonst aus dem Blick gerieten.

Die MAhL ZEIT wird überwiegend durch Spenden finanziert; auch das Team besteht überwiegend aus Ehrenamtlichen. Ihr großartiger gemeinsamer Einsatz ermöglicht seit drei Jahrzehnten weit mehr als eine Mahlzeit. 

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