Neuigkeiten: Mai 2026

TAS Norderstedt offiziell eingeweiht

Gruppenfoto Einweihung der Tagesaufenthaltsstätte (TAS) Norderstedt

Ein neues Zuhause für den Tag

Nach gut zwei Jahren Bauzeit ist es so weit: der Neubau der Tagesaufenthaltsstätte TAS Norderstedt ist fertig. Zur Einweihungsfeier am 5. Mai 2026 kamen rund 200 Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung, Kirche und Diakonie, sowie Unterstützer*innen, Ehrenamtliche und Gäste, die die TAS regelmäßig besuchen. Pröpstin Anja Botta segnete das neue Haus, das auf den Namen „Lotsenhaus getauft wurde. 

„Raum für Wärme, Gespräch, Würde und Gemeinschaft“

„Wir sind stolz auf dieses Bauprojekt mitten im Herzen unserer Stadt, das so viele Menschen mitgetragen haben“, sagt Norderstedts Oberbürgermeisterin Katrin Schmieder. „Auf 400 Quadratmetern ist ein Raum entstanden für Wärme, für ein Gespräch, für eine Dusche und für das, was oft fehlt: ein Stück Würde und Gemeinschaft.“

Die TAS Norderstedt des Diakonischen Werks Hamburg-West/Südholstein bietet wohnungslosen und hilfsbedürftigen Menschen bereits seit 1998 ein Zuhause für den Tag. Hier bekommen sie ein warmes Essen, können duschen, sich ausruhen und mit anderen austauschen. Das Team der TAS aus Haupt- und Ehrenamtlichen berät und unterstützt sie außerdem bei persönlichen Anliegen. 

Die Anzahl der Gäste hat sich in den vergangenen Jahren verdoppelt und die Räumlichkeiten im alten Gebäude waren zunehmend überlastet. Vor neun Jahren begann Einrichtungsleiterin Tabea Müller deshalb mit der Planung einer neuen, größeren TAS. 

Dank vielfältiger Unterstützung konnte das außergewöhnliche Bauprojekt für insgesamt rund 1,9 Millionen Euro realisiert werden. Davon trug die Stadt Norderstedt 1,1 Millionen Euro, die Aktion Mensch 266.000 Euro und die Stiftung Wohnhilfe 125.000 Euro. Der Rest wurde aus Spenden und vom Träger selbst, dem Diakonischen Werk Hamburg-West/Südholstein, finanziert.

TAS Norderstedt seit über zwei Jahrzehnten „Ein Zuhause für den Tag“

Die Tagesaufenthaltsstätte (TAS) Norderstedt ist ein Zentrum für Begegnung, praktische Hilfe und Beratung und offen für wohnungslose und hilfsbedürftige Menschen. Menschen jeden Alters, Geschlechts, Glaubens und jeder Herkunft sind ohne Vorbedingungen willkommen, können sich hier ausruhen und aufwärmen. Auch in akuten Krisensituationen wie Wohnungsverlust oder anderen schwierigen Lebenslagen. Die Beratung ist vertraulich und kostenlos.

„Kein Bauprojekt von der Stange“

„Das ist kein Bauprojekt von der Stange“, sagt Andrea Makies, Kaufmännische Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Hamburg-West/Südholstein. „Das ist ein Gemeinschaftswerk. Ein Haus, in dem schon vor der Eröffnung genau das passiert ist, wofür es gedacht ist: Menschen tragen einander.“ 

„Indem die Stadt Norderstedt den Bau dieses Hauses mit 1,1 Millionen Euro fördert, erkennt sie an, dass Armut in unserer Stadt existiert“, sagt TAS-Leiterin Tabea Müller. „Und sie zeigt damit auch, wie wichtig es ist, Menschen, die von Armut und Wohnungslosigkeit betroffen sind, auf würdevolle Art zu begegnen. Es ist außerdem eine Ehre für uns und eine Anerkennung unserer Arbeit. Wir hoffen, dass die Stadt den Betrieb der TAS und die Sozialberatung auch in Zukunft unterstützen wird.“ 

„Ein Ort, an dem Wärme spürbar wird“

Das Architekturbüro Frank arbeitete größtenteils pro bono. Außerdem übernahmen Gäste der TAS, Ehrenamtliche und Freiwillige von lokalen Unternehmen im Rahmen von Social Days einen erheblichen Teil der Handwerksarbeiten.

Für sein Engagement bekam Paul Frank das Goldene Kronenkreuz der Diakonie Deutschland verliehen. 

„Das, was Sie für uns und mit uns geschaffen haben, ist weit mehr als ein Gebäude“, sagte Diakonie-Pastor Markus Schneider bei der Verleihung. „Sie haben einen Ort möglich gemacht, an dem Menschen Schutz finden. Einen Ort, an dem Wärme spürbar wird – nicht nur durch Wände und Dach, sondern durch Würde, durch Respekt, durch Menschlichkeit.“ 

400 Quadratmeter auf zwei Etagen in nachhaltiger Bauweise

In der neuen TAS befinden sich nun auf einer Fläche von 400 Quadratmetern auf zwei Etagen Räume für verschiedenste Bedarfe, pflegeleichte, robuste Sanitäranlagen und eine professionell eingerichtete Küche. Neben Essens- und Aufenthaltsräumen gibt es Dusch- und Waschmöglichkeiten sowie Büro- und Gesprächsräume für die Sozialarbeiter*innen.

Für Gäste mit Handicap ist das Gebäude mit rollstuhlgerechten Sanitärräumen, breiten Fluren und Türen sowie einem Treppenlift zum Obergeschoss ausgestattet. 

Architekt Paul Frank achtete auf eine nachhaltige Bauweise mit vorgefertigten Bauteilen und umweltfreundlichen Materialien. Durch Photovoltaik wird insgesamt mehr Energie erzeugt, als das Haus verbraucht. 2025 war das Gebäude sogar für den renommierten Architekturpreis B!WRD des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) nominiert. 

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