„Was hat das eigentlich alles mit einem Kita-Austausch zu tun?“ – Diese Frage haben wir uns zu Beginn unserer Reise selbst gestellt. Wir, Hannah und Anna, durften für zwei Wochen unseren gewohnten Kita-Alltag verlassen und in das finnische Orivesi reisen, wo wir mit offenen Armen empfangen wurden. In der ersten Woche hatten wir die Chance, verschiedenste Einrichtungen kennenzulernen, unterschiedliche Arbeitsweisen zu hinterfragen und wertvolle Ideen für unsere eigene Arbeit mitzunehmen.
Ein besonders prägendes Erlebnis wartete in einer örtlichen Grundschule auf uns. Während des Unterrichts beobachteten wir, wie einzelne Kinder von einer weiteren Lehrkraft abgeholt wurden, um „zum Lesen“ zu gehen. Neugierig fragten wir uns, was sich dahinter verbirgt, und durften schließlich selbst einen Blick in den gemütlich eingerichteten Nebenraum werfen. Dort wartete kein strenger Lehrer, sondern eine kleine, süße Hundedame auf ihre ganz persönliche Vorlesestunde. Mit einer unglaublichen Gelassenheit begrüßte sie jedes Kind. In diesem geschützten Raum geht es jedoch um viel mehr als nur um das Tier: Den Kindern wird ein wertfreier Ort gegeben, um Hemmungen und Ängste vor dem Lautlesen abzubauen. Die Hundedame wertet nicht – sie hört einfach nur zu, egal wie leise, laut oder langsam ein Kind liest. Diese entspannte Atmosphäre beruhigt die Kinder und stärkt durch die positive Rückmeldung des Hundes nachhaltig ihr Selbstbewusstsein.