Kita Austausch International

Herzlichkeit und Computer Thinking

Herzlichkeit und Computer Thinking

Erfahrungsbericht Austausch Ljubljana

Luisa-Marie Schneider aus der Ev.-Luth. Kita Quickborn (Teil des Ev.-Luth. Kita-Werks Hamburg-West/Südholstein) hat im April 2026 für zwei Wochen in der Partner-Kita Vrtec Pedenjped in Ljubljana hospitiert.

An meinem ersten Tag in der slowenischen Kita habe ich mich sofort willkommen gefühlt. Meine Busfahrt zur Kita durch die pittoresken Teile Ljubljanas, die an verschlafene Bergdörfer erinnern, hatte mir schon die beste Laune bereitet. 

In der Kita angekommen wurde mir sofort Kaffee und Frühstück angeboten. Ich unterhielt mich eine Weile mit meinen neuen Kolleg*innen und wir machten einen Morgenkreis, bei dem auch die Kinder mich herzlich begrüßten und präsentierten, welche deutschen Wörter sie bereits gelernt hatten. Danach gaben die Kolleg*innen mir eine Präsentation über Slowenien und über die Kita. Eine Besonderheit ist, dass jede Gruppe jedes Jahr und jeden Monat ein bestimmtes Thema bearbeitet.

Die Heilerzieherin begleitete mich in eine Gruppe mit 4- bis 5-jährigen Kindern, in der das Jahresthema Computer Thinking ist. Die Erzieherin erklärte mir, dass die Kinder sich das Computer Thinking ganz ohne technische Geräte aneignen sollen. Dafür hat die Erzieherin verschiedene Spiele vorbereitet. Beim Computer Thinking geht es vor allem um Algorithmen, Sequenzierung, Mustererkennung und Evaluation.

Bei einem der ersten Spiele, die mir vorgestellt wurden, legte die Erzieherin entlang einer am Boden befestigten Linie aus Paketband Bausteine in vier verschiedenen Farben hin. Ein Kind bekam nun an beide Hand- und Fußgelenke Gummibänder mit Filzkreisen in jenen Farben. Nun musste das Kind der Linie entlang gehen und einen Baustein nach dem anderen mit der jeweils passenden Hand oder dem passenden Fuß zur Seite schieben. Dann kam ein weiteres Kind dazu, welches auch Gummibänder mit Filzkreisen um die Gelenke bekam und die Bausteine wieder auf die Linie raufschob.

Ein weiteres Spiel, welches mir präsentiert wurde, war das klassische Reihen vervollständigen. Aber anstatt Zahlenreihen zu vervollständigen, mussten die Kinder hier Farbenreihen vervollständigen. Es gab laminierte Papierstreifen mit einem Schaf, es folgten vier farbige Wollknäuel (z.B. rot, blau, rot, blau) und mehrere farblose Wollknäuel. Aus einer Box konnten die Kinder laminierte Wollknäuel in allen möglichen Farben nehmen, um mit ihnen die Farbenreihen zu vollenden.

Bei einem Spiel, welches mir besonders gut gefiel, gab es ein großes Gitter mit vielen Feldern. In eines der Felder legte die Erzieherin einen Gnom und in ein anderes Feld eine Hütte. Das Kind bekam eine Schale mit geraden Pfeilen und musste diese nun so auf den Feldern positionieren, dass der Gnom den Weg zur Hütte finden konnte. Die Erzieherin erklärte, dass man dieses Spiel auch noch schwieriger machen kann, indem es Pfeile gibt, die eine Links- und eine Rechtskurve abbilden. Dafür wären die Kinder in ihrer Gruppe allerdings noch zu jung. Einige Tage später sah ich das gleiche Spiel in einer Gruppe mit 5- bis 6-Jährigen, die als Jahresthema Berufe hatte. Dort musste z.B. der Bauer zum Traktor, die Pilotin zum Flugzeug und der Postbote zum Briefkasten.

Die Erzieherin erklärte mir, dass die Kinder durch diese Computer Thinking Spiele lernen, Probleme zu zerlegen und dass Fehler normal oder sogar nützlich sein können. Sie fördern Kreativität und logisches und strukturiertes Denken. Diese Fähigkeiten braucht man nicht erst im Erwachsenenalter in IT-Berufen. Es sind Fähigkeiten, die Kinder schon im frühen Alter in verschiedensten Lebensbereichen unterstützen können.

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