Mein Name ist Alessandro Cristofoli, ich bin 25 Jahre alt, und arbeite als Erzieher in der Kita an der Thomaskirche in Norderstedt. Im Rahmen eines zweiwöchigen pädagogischen Austauschs hatte ich die Möglichkeit, eine Kindertagesstätte in Sizilien, in der Stadt Riesi, kennenzulernen. Von diesen Erfahrungen und Eindrücken möchte ich ihnen gerne berichten. Schon am ersten Tag wurde deutlich, dass sich die Arbeit dort in einigen Punkten deutlich von unserer Kita unterscheidet. Die Einrichtung war insgesamt kleiner und bestand aus zwei Elementargruppen – einer Gruppe für Drei- bis Vierjährige und einer Gruppe für Fünf- bis Sechsjährige – sowie drei Krippengruppen. Ich selbst habe in der Gruppe der Drei- und Vierjährigen mitgearbeitet.Die pädagogische Arbeit ist dabei weniger partizipativ als bei uns, sondern stark strukturiert und vorbereitet – mit einem klaren Tagesprogramm, das in vielen Bereichen an schulisches Lernen erinnert.
Auch die Rahmenbedingungen unterscheiden sich deutlich: Die Gruppen sind größer, eine Gruppe umfasst bis zu 25 Kinder und wird von einer pädagogischen Fachkraft, einer psychologisch ausgebildeten Kollegin sowie ein bis zwei Freiwilligen unterstützt, zum Beispiel durch dual Studierende oder junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr. Die Kita beginnt um 9 Uhr, viele Kinder werden mit einem kostenfreien Schulbus abgeholt und am Nachmittag gegen 14:45 wieder nach Hause gebracht. Nur wenige Kinder kommen früher in die Kita (8:00 Uhr), und bleiben länger (15:45 Uhr). Insgesamt übernehmen die Eltern nur wenige Aufgaben: Materialien, Ausflüge, Schulbus sowie Frühstück und Mittagessen werden vollständig von der Einrichtung gestellt. Das Essen wird täglich frisch im Haus gekocht. Hier fällt auf das sehr gerne Pasta gegessen wird, an vier von fünf Tagen gab es Pasta.