Im Gespräch mit Insa Graefe, Rechtsberaterin bei fluchtpunkt, und Anne Harms, Leiterin der Einrichtung, wurde deutlich, welche Aufgaben 2026 bringt:
Afghanistan und Syrien: Viele Asylanträge von Menschen aus diesen Ländern werden derzeit abgelehnt. Bei Syrer*innen liegt die Ablehnungsquote zuletzt bei rund 95 Prozent. Zudem droht vielen, die bereits Schutz erhalten haben, ein Widerruf ihres Status. „Das wird ein großer Teil unserer Arbeit werden", so Graefe.
Neues EU-Asylrecht (GEAS): Im Juni 2026 tritt das reformierte Gemeinsame Europäische Asylsystem in Kraft. Die elf neuen Gesetzgebungsakte bringen unter anderem Schnellverfahren an den EU-Außengrenzen und neue Dublin-Regeln. Für fluchtpunkt bedeutet das: Die gesamte Arbeitsweise muss angepasst werden, während parallel das alte Recht für laufende Verfahren weiter gilt. „Das Kernprojekt wird sein, selbst damit umzugehen und es für alle anderen zugänglich zu machen – durch Schulungen und Beratung", erklärte Anne Harms.
Rückführungen nach Griechenland: Viele Klagen gegen Dublin-Überstellungen nach Griechenland sind anhängig – auch das wird fluchtpunkt weiter beschäftigen.