Die Geschichten hinter der Verfolgung
Im Oktober 1938 wurden im Rahmen der sogenannten Polenaktion bis zu 1.000 Jüdinnen und Juden aus Hamburg ins polnische Grenzgebiet abgeschoben. Zu den Betroffenen gehörten die Harburger Familien Wellner und Goldberg. Vor ihrer Abschiebung wurden sie im Polizeigefängnis Hütten festgehalten. Ihre Erinnerungen stehen im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung am Mittwoch, 28. Oktober, um 16 Uhr in der Sporthalle Haubachstraße 62 in Altona.
Der Hamburger Historiker Herbert Diercks berichtet über das Polizeigefängnis Hütten, das den Nationalsozialisten als Haftort für politische Gegner und als Sammel- und Durchgangslager für Jüdinnen und Juden auf dem Weg in Konzentrationslager diente. Beate Kirst und Dr. Monika Rulfs lesen Zitate überlebender Mitglieder der Familien Wellner und Goldberg. Pastorin Laura Koch-Pauka aus der Kirchengemeinde Altona-Ost begrüßt die Teilnehmenden. Petra Ritschel an der Klarinette und Stefan Goreiski am Akkordeon gestalten die musikalische Begleitung. Anschließend führt ein gemeinsamer Gang zum Gedenkstein am Altonaer Bahnhof.
Das Gedenken hält die Erinnerung an Menschen wach, die ausgegrenzt, entrechtet und verfolgt wurden. Es fordert uns zugleich auf, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit heute entschieden entgegenzutreten.