Neuigkeiten: Oktober 2026

Gedenken an die „Polenaktion“ von 1938

Gedenken an die „Polenaktion“ von 1938

Erinnerung an die Vertreibung von polnischen Juden und Jüdinnen

Am 28. Oktober 2026 jährt sich die sogenannte Polenaktion zum 88. Mal. Gemeinsam mit der Geschichts-AG der fux Genossenschaft und der Kirchengemeinde Altona-Ost erinnert der Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein in Altona an die verfolgten und abgeschobenen Jüdinnen und Juden. Weitere Rundgänge, Lesungen und Gedenkveranstaltungen laden in den kommenden Wochen dazu ein, sich mit den Schicksalen der Betroffenen und der Geschichte vor Ort auseinanderzusetzen. 

Die Geschichten hinter der Verfolgung

Im Oktober 1938 wurden im Rahmen der sogenannten Polenaktion bis zu 1.000 Jüdinnen und Juden aus Hamburg ins polnische Grenzgebiet abgeschoben. Zu den Betroffenen gehörten die Harburger Familien Wellner und Goldberg. Vor ihrer Abschiebung wurden sie im Polizeigefängnis Hütten festgehalten. Ihre Erinnerungen stehen im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung am Mittwoch, 28. Oktober, um 16 Uhr in der Sporthalle Haubachstraße 62 in Altona.

Der Hamburger Historiker Herbert Diercks berichtet über das Polizeigefängnis Hütten, das den Nationalsozialisten als Haftort für politische Gegner und als Sammel- und Durchgangslager für Jüdinnen und Juden auf dem Weg in Konzentrationslager diente. Beate Kirst und Dr. Monika Rulfs lesen Zitate überlebender Mitglieder der Familien Wellner und Goldberg. Pastorin Laura Koch-Pauka aus der Kirchengemeinde Altona-Ost begrüßt die Teilnehmenden. Petra Ritschel an der Klarinette und Stefan Goreiski am Akkordeon gestalten die musikalische Begleitung. Anschließend führt ein gemeinsamer Gang zum Gedenkstein am Altonaer Bahnhof.

Das Gedenken hält die Erinnerung an Menschen wach, die ausgegrenzt, entrechtet und verfolgt wurden. Es fordert uns zugleich auf, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit heute entschieden entgegenzutreten.

Weitere Gedenk- und Erinnerungsveranstaltungen

Auch über den Jahrestag hinaus gibt es in Hamburg und der Region zahlreiche Möglichkeiten, gemeinsam zu erinnern:

  • Dienstag, 27. Oktober, 16 Uhr – „Vom Altonaer Bekenntnis zur Judenverfolgung“: Historiker Dr. Stephan Linck führt durch Altona und beleuchtet die Kirchengeschichte sowie das Verhältnis der Kirche zur antisemitischen Verfolgung. Treffpunkt: vor dem Altonaer Rathaus.
  • Sonntag, 8. November, 12 Uhr – „Couragiert und widerständig!“: Ein 90-minütiger Rundgang widmet sich der Geschichte der Zeugen Jehovas im KZ Neuengamme. Anschließend gibt es Gelegenheit zum Austausch bei Kaffee und Tee. Treffpunkt: Haupteingang der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Jean-Dolidier-Weg 75.
  • Montag, 9. November, 17 Uhr – „Gegen das Vergessen“ in Wedel: Gedenken an die Novemberpogrome von 1938 am Mahnmal am Puttener Weg/Ecke Kronskamp. Danach werden Blumen und Steine am KZ-Gedenkstein an der Rissener Straße niedergelegt.
  • Montag, 9. November, 19 Uhr – „Der Vergangenheit gedenken, um Zukunft zu gestalten“: Schüler*innen des Gymnasiums Ohmoor erinnern mit eigenen Texten an die Opfer des Nationalsozialismus. Mitwirkende sind unter anderem Mitglieder jüdischer Gemeinden Hamburgs, Mitglieder des Klezmer-Ensembles Vagabund und Pastorin Maren Gottsmann. Ort: Verheißungskirche, Sachsenweg 2.
  • Dienstag, 10. November, 17 Uhr – Gedenken an die Pogromnacht in Harburg: Auf die Gedenkveranstaltung folgt ein Schweigemarsch zum Standort der ehemaligen Synagoge. Treffpunkt: Jüdischer Friedhof am Schwarzenberg.
  • Sonntag, 15. November, 11 Uhr – Stolpersteinrundgang durch Harburg: Der Rundgang durch die Innenstadt folgt den Spuren von Menschen, die Opfer des Nationalsozialismus wurden, und erzählt ihre Geschichten. Treffpunkt: Rathausplatz in Harburg.
  • Freitag, 20. November, 18.30 Uhr – „Zeit zum Innehalten“: Eine halbe Stunde mit Musik und Andacht, in deren Mittelpunkt Erinnerungen jüdischer Frauen aus Hamburg stehen, die die Shoa überlebt haben. Es spielt der Posaunenchor der Kirche St. Petri und Pauli. Ort: Kirche St. Petri und Pauli, Bergedorfer Schlossstraße 5.

Jederzeit zugänglich: „Spuren suchen, Spuren finden“ Eine Vorschau auf die neue Hofausstellung zur Geschichte der ehemaligen Viktoria-Kaserne zeigt die Entwicklung des Ortes vom Kaiserreich bis heute. In der NS-Zeit wurde von der Polizeikaserne aus auch die Deportation polnischer Jüdinnen und Juden im Oktober 1938 organisiert. Zugang über den Hintereingang der fux eG, Bodenstedtstraße 16 in Altona.

Wir laden herzlich dazu ein, an den Veranstaltungen teilzunehmen und die Hinweise in Gemeinden, Einrichtungen und im persönlichen Umfeld weiterzugeben.

Kontakt:

Pastorin Laura Koch-Pauka
E-Mail: laura.koch-pauka@gemeinde-altona-ost.de
Telefon: 0151 4208 28 69

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen enthält der Flyer „Erinnerung 2026“ unseres Kirchenkreises. 

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