Michael Benthack und Kris Heitmann im Podcast „Unter Nachbarn“
Kirche als Quartiersentwickler
Wie können kirchliche Gebäude und Grundstücke zukunftsfähig entwickelt werden, wenn Ressourcen knapper werden? Im Podcast „Unter Nachbarn“ des evangelischen Immobilienverbandes Deutschland (eid) geben unsere beiden bauwerk-Geschäftsführer Michael Benthack und Kris Heitmann Einblicke in ihre Arbeit.
Wie Kirche Raum für Menschen sichert
Wenn in der Öffentlichkeit über kirchliche Immobilien gesprochen wird, geht es meist um Schließungen, Verkäufe oder sinkende Einnahmen. Dass dieser Transformationsprozess kein reines Schrumpfen sein muss, sondern eine echte Gestaltungsaufgabe ist, machen Michael Benthack und Kris Heitmann im Podcast „Unter Nachbarn“ mit Heiko Senebald (Leiter Kommunikation beim eid) deutlich.
Für die Podcast-Aufnahme des eid war Senebald im Trinitatis Quartier zu Gast. Das Quartier zeigt exemplarisch, wie aus kirchlichen Liegenschaften lebendige und offene Stadträume werden können.
Grundstücke sind ein Generationsversprechen
Für bauwerk steht fest: Auch wenn sich Bedarfe und finanzielle Rahmenbedingungen ändern, dürfen kirchliche Liegenschaften nicht kurzfristig veräußert werden, um Haushaltslöcher zu stopfen. Grundstücke bleiben über Instrumente wie das Erbbaurecht (in der Regel über 100 Jahre) im kirchlichen Eigentum. Sie sichern den Kirchengemeinden langfristig verlässliche, planbare Erträge und stellen sicher, dass auch künftige Generationen Gestaltungsspielraum haben.
Kein finanzielles Entwicklungsrisiko für Kirchengemeinden
Ein entscheidender Vorteil für die Kirchengemeinden in unserem Kirchenkreis: bauwerk übernimmt die Projektentwicklungskosten und das wirtschaftliche Entwicklungsrisiko vorab. Gemeinden, die vor baulichen oder finanziellen Herausforderungen mit ihren Gemeinde- oder Pfarrhäusern stehen, müssen keine Millionen-Vorleistungen im Haushalt vorhalten. Sollte eine Entwicklung baurechtlich oder finanziell nicht realisierbar sein, trägt bauwerk das Risiko – nicht die Kirchengemeinde. Kommt das Projekt zustande, fließen die Entwicklungskosten in das Gesamtprojekt ein.
Orte mit neuem Leben füllen
Ein zentrales Thema im Podcast ist die Frage, wie Standorte auch bei veränderten Nutzungen ihr kirchliches und diakonisches Profil behalten. Für Michael Benthack und Kris Heitmann ist klar: Wenn auf einem kirchlichen Grundstück bezahlbarer Wohnraum, eine Kita oder diakonische Angebote entstehen, bleibt Kirche dort mitten in der Stadt und nah bei den Menschen wirksam.
Wie diese Verzahnung in der Praxis gelingt, schildern die beiden am Beispiel des Trinitatis Quartiers: Neben der Hauptkirche und dem neuen Gemeindehaus sind dort Wohnungen nach dem Housing-First-Prinzip für ehemals obdachlose Menschen, eine Tagesanlaufstelle, eine Kita und eine Pilgerherberge entstanden. Verbunden durch einen offenen Platz, der heute von der Nachbarschaft belebt wird.
Zudem gewähren sie Einblicke in aktuelle Vorhaben: Bei anstehenden Ersatzbauten für Pflegeeinrichtungen setzt das Team verstärkt auf den Erhalt grauer Energie im Bestand. Für ein geplantes Vorzeigeprojekt im geförderten Wohnungsbau wagt sich bauwerk an eine Aufstockung in Holz-Stroh-Bauweise mit Lehmputz – inklusive vorherigem Praxistest im Strohbau-Seminar durch die beiden Geschäftsführer.
Das Trinitatis Quartier verbindet kirchliche, soziale und gemeinwesenorientierte Angebote unter einem Dach – oder vielmehr unter fünf Dächern. Fünf moderne Backsteinbauten bilden gemeinsam mit der denkmalgeschützten Hauptkirche St. Trinitatis ein lebendiges Ensemble.
Am Ende des Gesprächs formuliert Michael Benthack eine klare Haltung zur kirchlichen Transformation: „Ein Wort, das ich komplett ablehne, ist dieses ‚Gesundschrumpfen‘. Wann ist man denn gesund? Wir dürfen nicht in reiner Mangelverwaltung verharren. Wir müssen uns fragen: Was wollen wir mit unserer Arbeit inhaltlich erreichen und welche Räume brauchen wir dafür? Lieber einer Vision folgen, statt uns gesundzusparen.“
Die vollständige Episode (ca. 45 Minuten) ist ab sofort auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie über die Website des evangelischen Immobilienverbandes Deutschland (eid) abrufbar.