Neuigkeiten: November 2025

Kirchenkreis setzt starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Die Christuskirche in Eimsbüttel an einem sonnigen Tag

„Die Würde der Frau ist unantastbar“

Das Frauenwerk des Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein und weitere Initator*innen laden am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen zu einem gemeinsamen Gottesdienst ein.

Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, findet in der Christuskirche Eimsbüttel um 19 Uhr der „trotz allem Gottesdienst“ statt. Unter dem Motto „Die Würde der Frau ist unantastbar“ lädt unser Frauenwerk gemeinsam mit weiteren Akteuren dazu ein, Solidarität zu zeigen und für ein Ende der Gewalt an Frauen zu beten und zu handeln.​ Auch Bischöfin Kirsten Fehrs und unser Kirchenkreis sind dabei.

Gewalt gegen Frauen bleibt ein aktuelles Problem

Laut Bundeskriminalamt wurden 2024 fast 266.000 Personen Opfer häuslicher Gewalt in Deutschland; davon waren rund 80 Prozent Frauen. Jeden Tag werden statistisch mindestens eine Frau durch ihren (Ex-)Partner getötet oder schwer verletzt, und fast jede vierte Frau in Deutschland ist mindestens einmal im Leben von Partnerschaftsgewalt betroffen. Trotz umfassender Hilfsangebote steigen die Zahlen – auch in Großstädten wie Hamburg.

Kirche, Diakonie und Beratungsstellen – gemeinsam gegen Gewalt

Seit 1997 betreibt die Diakonie die Einrichtung „Patchwork“, die betroffene Frauen berät und begleitet. Evangelische Frauenwerke, Beratungsstellen und Frauenhäuser wirken eng zusammen, um Hilfsangebote zu bündeln und Betroffenen Unterstützung zu bieten. Die Gestaltung des Gottesdienstes erfolgt durch ein vielseitiges Vorbereitungsteam – für Musik sorgen Bärbel Fünfsinn und Ruth Lomboto. Das breite Bündnis zeigt: Kirche und Zivilgesellschaft stehen gemeinsam für die Würde der Frau und gegen Gewalt ein.

Annette von Schröder, Leiterin von Patchwork Hamburg, betont: „Die Beratungsstelle steht Frauen offen, die häusliche Gewalt, Stalking oder digitale Gewalt erleben. Die Beratung erfolgt kostenfrei, vertraulich und auf Wunsch anonym.“ Jessica Diedrich, Mitorganisatorin, macht klar: „Die Würde der Frau ist unantastbar. Immer. Ohne Wenn und Aber. Gewalt gegen Frauen darf nicht weiter hingenommen werden. Denn jede Frau ist ein Ebenbild Gottes und darf in ihrer Würde nicht verletzt werden.“

Gesellschaftliche Herausforderungen und kirchliche Perspektiven

Rechte, antifeministische und sexistische Einstellungen nehmen laut Leipziger Autoritarismus-Studie zu; bis zu 25 Prozent der Bevölkerung haben ein geschlossen antifeministisches Weltbild. Das verschärft die Situation vieler Frauen – in Deutschland wie weltweit. Kirche und Diakonie brechen Tabus, stärken das Gespräch im Gottesdienst und schaffen Räume für Mut und Sichtbarkeit. 

Zeichen der Hoffnung – Solidarität als gemeinsames Ziel

Der Gottesdienst fragt in diesem Jahr: „Wo fängt Gewalt an?“ und zeigt, dass Sensibilisierung ein wichtiger Schritt zur Veränderung ist. Menschen aller Geschlechter sind eingeladen, gemeinsam Flagge zu zeigen – für Solidarität, gegen Gewalt und für die Würde aller Frauen.

Ort und Zeit: Dienstag, 25. November 2025, 19 Uhr, Christuskirche Eimsbüttel

Weitere Infos: www.trotz-allem-gottesdienst.de

Anlaufstellen: Patchwork Hamburg, Evangelische Frauenwerke, Frauenhäuser

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