Neuigkeiten: November 2026

Klänge über den Atlantik

Klänge über den Atlantik

Konzertreihe Orgel-Herbst-Winter in Altona

13 Konzerte, hochkarätige Gäste und ein transatlantischer Dialog: Der 11. Orgel-Herbst-Winter in der Kulturkirche Altona und der Friedenskirche widmet sich in dieser Spielzeit der musikalischen Verbindung zwischen Brasilien und Deutschland.

Das größte Land Südamerikas und Deutschland verbindet eine mehr als einhundertjährige Kulturbeziehung. Von Oktober 2026 bis März 2027 verwandeln die Kulturkirche Altona (St. Johannis) und die Friedenskirche Altona ihre sakralen Räume in eine transatlantische Klangbrücke unter dem Motto „Interaktion Brasilien-Deutschland“ (Interação Brasil-Alemanha).

Dass die traditionsreiche Konzertreihe in diesem Jahr diese besondere Dimension entfalten kann, verdankt sich einer starken Allianz: Erstmals unterstützt die Brasilianische Botschaft in Berlin gemeinsam mit dem renommierten Guimarães Rosa Institut die Reihe als offizielle Partnerin. 

Kulturdiplomatie an den Pfeifen der Kuhn-Orgel

Rodrigo Baena Soares Botschafter Brasiliens in der Bundesrepublik Deutschland
Rodrigo Baena Soares, Botschafter Brasiliens in der Bundesrepublik Deutschland

„Kultur ist kein schmückendes Beiwerk diplomatischer Beziehungen, sondern eines ihrer wichtigsten Instrumente“, betont der brasilianische Botschafter in Deutschland, Rodrigo Baena Soares, im Vorwort zur Konzertreihe. Musik baue unverzichtbare Brücken. 

Ein entscheidender Impulsgeber dieses Dialogs ist Fernando Gabriel Swiech. Seit mehr als 25 Jahren wirkt der gebürtige Brasilianer als Organist der Kulturkirche Altona und künstlerischer Kopf der Reihe „Musikfrieden“. Mit der 11. Ausgabe des Festivals erfüllt er ein Herzensanliegen: die lebendige, rhythmische und spirituelle Vielfalt der brasilianischen Konzert- und Kirchenmusik mit der europäischen Orgeltradition ins Gespräch zu bringen.
 

Musikalische Reiserouten: Von Lissabon bis São Paulo

Eröffnet wurde die Saison mit einem literarisch-musikalischen Prolog: Am 10. Oktober 2026 nahm der portugiesische Starorganist João Vaz das Publikum im Pre-Opening „Nachtzug nach Lissabon“ mit in den Hafen, von dem aus einst die transatlantischen Verbindungen nach Südamerika ihren Lauf nahmen.

Das offizielle Eröffnungskonzert am 8. November steht unter dem Titel „Dialoge“: Die international profilierte Landeskirchenmusikdirektorin Brigitte Rauscher (Evangelische Kirche im Rheinland) schlägt einen Bogen von Johann Sebastian Bach zum deutsch-brasilianischen Komponisten Ernst Mahle, der nach seiner Emigration das Musikleben Brasiliens nachhaltig prägte. 

Direkt aus São Paulo reist am 29. November 2026 Felipe Bernardo an, Organist des dortigen berühmten Benediktinerklosters. Er bringt Mendelssohn Bartholdy mit brasilianischen Altmeistern wie Furio Franceschini, Alberto Nepomuceno und Heitor Villa-Lobos zusammen.

Tangorhythmen, Chorklang und weltweite Solidarität

Tangorhythmen, Chorklang und weltweite Solidarität

Am 2. Advent (6. Dezember 2026) erklingt das „Magnificat – Lateinamerikanischer Lobgesang“. Beim traditionellen Adventsliedersingen am 3. Advent stimmen die Kinderchöre „Altönchen“, die „BlechBande“ und der Chor der Friedenskirche festliche Melodien an.

Im Foyer lädt zeitgleich ein handgefertigter Weihnachtsbasar zum Stöbern ein. Die gesamten Erlöse und Spenden fließen direkt an das sozialdiakonische „Projeto Dorcas“ in Curitiba (Brasilien), das sich um benachteiligte Kinder kümmert.

Hochkarätige Gäste und das große Finale zu vier Händen

Auch das neue Jahr 2027 startet schwungvoll:

  • 3. Januar: Glänzendes Neujahrskonzert mit zwei Solo-Trompeten und der großen Kuhn-Orgel (Fedor Piliavskii, Artemii Lachinov und Fernando Gabriel Swiech).
  • 17. Januar: Der Harvestehuder Kammerchor unter Leitung von Edzard Burchards präsentiert gemeinsam mit Michel-Kantor Thomas Dahl das Chorkonzert „Lux Mundi“ mit geistlicher Musik aus Europa und der brasilianischen Kolonialzeit.
  • 31. Januar & 7. Februar: Orgelrezitale mit Arno Hartmann („Licht und Schatten“) und der renommierten Domorganistin von Lucca, Giulia Biagetti.
  • 21. & 28. Februar: Französisch-brasilianische Begegnungen – mit Versailles-Organist Christian Ott sowie dem Tourneeprogramm des Chors der Friedenskirche für die Pariser Partnerkirche Saint-Germain l’Auxerrois.
  • 7. März: Auftritt der Nachwuchs-Organistin Chiara Perneker in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT).

Den Schlusspunkt setzt am 14. März 2027 ein explosives „Orgelfeuerwerk für vier Hände und Füße“: Magne H. Draagen, Kantor an der Hauptkirche St. Michaelis, und Fernando Gabriel Swiech loten gemeinsam die orchestralen Möglichkeiten der Kuhn-Orgel aus – von Händels Halleluja bis zur weltberühmten Aria Cantilena aus Heitor Villa-Lobos’ Bachianas Brasileiras Nr. 5.

Mehr Informationen auf der Website musikfrieden.de

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