Auch die Hausandacht griff dieses Spannungsfeld auf. In der Dialogpredigt „Zwischen Angst und Offenheit“ spielten Elorm Nick Ahialey-Mawusi aus der ökumenischen Arbeitsstelle Weitblick und Iwan Ruzanov aus der Stabsstelle Kita-und GBS-Arbeit zwei vertraute Positionen durch: die Sorge, die eigene Identität im Miteinander mit Fremdem zu verlieren und die Zuversicht, dass der christliche Glaube seit jeher Grenzen überschreitet.
Zentral blieb ein Gedanke aus dem Epheserbrief: Vor Gott sind alle nur Gäste, niemand hat ein älteres Mietrecht. Das, so Iwan Ruzanov, nehme den Druck heraus, Bestehendes verbissen verteidigen zu müssen: „Wir müssen nicht sofort die ganze Welt umarmen. Es reicht, die Tür des Herzens erst einmal einen Spalt breit offenzulassen.“
Genau das sei in der Interkulturellen Woche ganz praktisch zu erleben gewesen: „Begegnung auf Augenhöhe funktioniert nicht, wenn wir anderen bloß einen Platz auf dem Boden anbieten, während wir selbst erhöht am Tisch sitzen. Wahre Gemeinschaft beginnt erst, wenn wir alle gemeinsam am selben Tisch Platz nehmen.“
Im Gastraum und im Innenhof des Hauses der Kirche sei dafür Raum entstanden: bei einer Tasse Kaffee, bei Süßem aus aller Welt, im Zuhören und im gemeinsamen Zusammenrücken der Stühle.
Die Interkulturelle Woche ist vorbei, die Fragen, die sie aufgeworfen hat, bleiben: Wie gelingt echte Beteiligung? Wie teilen wir Verantwortung und Macht? Die AG Bildung gegen Rassismus im Haus der Kirche will diese Themen über die Aktionswoche hinaus wachhalten und Beteiligung im Kirchenkreis stärken.