Neuigkeiten: Oktober 2026

Interkulturelle Woche im Haus der Kirche

6 Menschen schauen lächelnd in die Kamera und begehen zusammen die Interkulturelle Woche im Haus der Kirche

Dafür! Offenheit, Respekt und Zusammenhalt

Mehr als 6.000 Veranstaltungen in über 760 Städten und Gemeinden: Wenn bundesweit die Interkulturelle Woche gefeiert wird, setzt die Zivilgesellschaft gemeinsam ein klares Zeichen für Offenheit, Respekt und Zusammenhalt.

Unter dem Leitwort „DAFÜR“ füllte die AG Bildung gegen Rassismus die Aktionswoche vom 27. September bis 4. Oktober im Haus der Kirche (HdK) mit Leben. Statt bei großen Worten stehenzubleiben, ging es dabei um konkrete Begegnungsräume, gelebte Gastfreundschaft und die entscheidende Frage: Was braucht es eigentlich für ein echtes Miteinander auf Augenhöhe?

Den passenden Nährboden dafür bereitete das Gastraum-Team, das die Mitarbeitenden jeden Tag mit einer Spezialität von einem anderen Kontinent auf eine kleine kulinarische Weltreise schickte. An den Pinnwänden im Gastraum teilten Kolleginnen und Kollegen außerdem ihre liebsten Familienrezepte und kamen über den eigenen Tellerrand hinweg miteinander ins Gespräch.

„Mehr als buntes Essen und schöne Worte“

Doch so einladend der Duft und die gemeinsamen Mittagspausen auch waren, hinter der Aktionswoche steckte weit mehr als kulinarischer Genuss. Das bringt Pastorin Joy Devakani Hoppe, die in der AG Bildung gegen Rassismus mitarbeitet, auf den Punkt:

„Für mich ist die Interkulturelle Woche mehr als buntes Essen und schöne Worte. Vielfalt feiern heißt auch: Macht teilen, Rassismus benennen und wirklich Platz machen für andere Stimmen. Kirche verändert sich erst dann, wenn alle nicht nur willkommen sind, sondern mitgestalten und mitentscheiden. Das ist für mich gelebtes Evangelium.“

Vieles sei im Kirchenkreis auf einem guten Weg, so Joy Devakani Hoppe, aber das Ziel noch längst nicht erreicht: Noch immer empfänden Menschen in kirchlichen Strukturen Barrieren oder fühlten sich nicht uneingeschränkt beheimatet. Ihre Hoffnung und ihr Anspruch: Dass künftig noch beherzter Räume geöffnet werden, in denen echte Beteiligung möglich ist und mehr BIPoC (Black, Indigenous and People of Color) in der Mitte und in den Entscheidungsgremien der Kirche ihren festen Platz finden.

Dialogpredigt „Zwischen Angst und Offenheit“

Auch die Hausandacht griff dieses Spannungsfeld auf. In der Dialogpredigt „Zwischen Angst und Offenheit“ spielten Elorm Nick Ahialey-Mawusi aus der ökumenischen Arbeitsstelle Weitblick und Iwan Ruzanov aus der Stabsstelle Kita-und GBS-Arbeit zwei vertraute Positionen durch: die Sorge, die eigene Identität im Miteinander mit Fremdem zu verlieren und die Zuversicht, dass der christliche Glaube seit jeher Grenzen überschreitet.

Zentral blieb ein Gedanke aus dem Epheserbrief: Vor Gott sind alle nur Gäste, niemand hat ein älteres Mietrecht. Das, so Iwan Ruzanov, nehme den Druck heraus, Bestehendes verbissen verteidigen zu müssen: „Wir müssen nicht sofort die ganze Welt umarmen. Es reicht, die Tür des Herzens erst einmal einen Spalt breit offenzulassen.“

Genau das sei in der Interkulturellen Woche ganz praktisch zu erleben gewesen: „Begegnung auf Augenhöhe funktioniert nicht, wenn wir anderen bloß einen Platz auf dem Boden anbieten, während wir selbst erhöht am Tisch sitzen. Wahre Gemeinschaft beginnt erst, wenn wir alle gemeinsam am selben Tisch Platz nehmen.“

Im Gastraum und im Innenhof des Hauses der Kirche sei dafür Raum entstanden: bei einer Tasse Kaffee, bei Süßem aus aller Welt, im Zuhören und im gemeinsamen Zusammenrücken der Stühle.

Die Interkulturelle Woche ist vorbei, die Fragen, die sie aufgeworfen hat, bleiben: Wie gelingt echte Beteiligung? Wie teilen wir Verantwortung und Macht? Die AG Bildung gegen Rassismus im Haus der Kirche will diese Themen über die Aktionswoche hinaus wachhalten und Beteiligung im Kirchenkreis stärken.

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